Seegangsvorhersagen (SVS) sind Bestandteil von Seewetterberichten und Warnungen, sie bilden die Grundlage weltweiter Schiffsroutenberatungen, gewinnen aber auch zunehmend an Bedeutung für den Küstenschutz. Unfälle wie der Seeschlag an der Plattform FINO1 am 1. November 2006 im Sturm “Britta” haben die besondere Gefährdung der Offshore-Industrie durch hohen Seegang deutlich gemacht.
Mit der Verbesserung der Numerischen Wettervorhersage (NWV) ist in den letzten Jahren auch die Vorhersageleistung des SVS stetig gestiegen, allerdings bestehen besonders im Küstenbereich noch erhebliche Defizite. So werden Wellen im Flachwasser von den Modellen meist überschätzt, einerseits wegen zu geringer Auflösung der Bodentopographie und andererseits weil der Mechanismus des Wellenbrechens nicht ausreichend gut parameterisiert ist. Änderungen der Wassertiefe durch Gezeiten und durch Windstau werden nicht berücksichtigt in der gegenwärtigen Modellkonfiguration. Insbesondere in der Konstruktionsphase gelten aber für Arbeiten im Offshorebereich oft sehr geringe kritische Schwellwerte. Wellen spielen aber auch eine Rolle beim Küstenschutz, sei es als zusätzliche Belastung der Deiche bei Sturmfluten oder als Quelle küstenparalleler, die Erosion fördernder Strömungen.
Der Seegangsmonitor bietet eine hochauflösende Analyse und Vorhersage von Seegangsparametern wie Richtung, Höhe und Periode einschließlich der zugehörigen Validationsmaße für den Bereich der Deutschen Küsten in Form von Karten, Zeitreihendarstellungen und Tabellen.
Der Service für die Nutzer besteht in einer direkten Auslieferung (ftp, E-Mail) und/oder mit Einschränkungen auf einem Web-Portal.