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Überwachung des Klimawandels

Der GMES Klimadienst steht - anders als die anderen GMES Dienste - noch vor der präoperationellen Phase. Daher sind Ausrichtung, mögliche Komponenten und Produkte derzeit noch nicht endgültig festgelegt. Ein erstes inhaltliches Konzept wurde Mitte Juni 2011 von der Europäischen Kommission auf einem Workshop in Helsinki vorgestellt und dort mit Experten (u.a. auch aus Deutschland) diskutiert.

Es ist zu erwarten, dass das auf der Basis der Ergebnisse dieses Workshops überarbeitete Konzept für den GMES Klimadienst bis Ende 2011 auf einem EU GMES Userforum vorgestellt und spätestens bis Mitte 2012 verabschiedet wird.

Ziel

Ziel des GMES Klimadienstes (Bezeichnung in der GMES-Verordnung: „Überwachung des Klimawandels zur Unterstützung von Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel und zur Eindämmung seiner Folgen“) ist der Aufbau von Klimainformationsdiensten. Diese werden globale, europäische und nationale Entscheidungsträger bei der Erfassung und Bewertung des Klimawandels und seiner Folgen wie auch bei der Entwicklung von Strategien und politischen Maßnahmen zur Anpassung („Adaptation“) an die Folgen des Klimawandels und zur Abschwächung („Mitigation“) der Emission klimarelevanter Spurengase unterstützen. Der GMES Klimadienst sollte im Kontext der von der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) und weiteren UN Organisationen vorangetriebenen Initiative „Global Framework for Climate Services“ als wesentlicher europäischer Beitrag eingepasst werden.

Daten und Informationen

Die Informationsprodukte des GMES Klimadienstes sollen auf der Integration von Daten aus satelliten- und bodengestützter Erdbeobachtung, von Re-Analysen numerischer Wettervorhersagemodelle und von globalen und regionalen Klimasimulationen aufbauen. Produkte für die Überwachung des Klimawandels und seiner Folgen sollen zum einen Zeitreihen der von GCOS („Global Climate Observing System“) definierten „Essential Climate Variables“ (ECV) der Erdbeobachtung umfassen. Zum anderen soll damit auch die Modellierung der Wechselwirkung relevanter Parameter der verschiedenen Komponenten des Erdsystems als Basis für Klimasimulationen für Zeiträume von Jahreszeiten über Dekaden bis zu einem Jahrhundert unterstützt werden.

Portfolio

Folgende Komponenten könnte der GMES Klimadienst auf der Basis des Mitte Juni 2011 von der Europäischen Kommission präsentierten Konzeptes umfassen:

  • Aus der Integration der Erdbeobachtungsdaten aller verfügbaren Plattformen abgeleitete Klimaüberwachungsprodukte für alle relevanten GCOS ECVs;
  • Aus der Re-Analyse des Erdsystems (einschließlich der Wechselwirkungen aller Komponenten) auf der Basis numerischer Wettervorhersagemodelle abgeleitete Klimaüberwachungsprodukte für alle relevanten GCOS ECVs;
  • Qualitätskontrolle und Bewertung der Ergebnisse der ECV-basierten Überwachung des beobachteten Klimawandels;
  • Bereitstellung der Ergebnisse aller verfügbaren relevanten
    Klimavorhersagen/-projektionen;
  • Gerasterte flächendeckende Klimafolgenindikatoren auf der Basis von stationsbezogenen Datensätzen;
  • Informationsprodukte zur Bewertung der Anteile des vom Menschen verursachten Klimawandels und der natürlichen Klimavariabilität an extremen Wetterereignissen;
  • Gerasterte Datensätze der Emission klimawirksamer Treibhausgase.

Weiterführende Informationen

Erste EU FP7 Projekte zur spezifischen Unterstützung der Entwicklung von Komponenten des GMES Klimadienstes befinden sich in Ausschreibung und sollen im Laufe des Jahres 2012 beginnen.

Momentan werden in Vorläuferprojekten für GMES „Downstream“-Dienste Daten zu verschiedenen Komponenten des Klimasystems entwickelt und bereitgestellt. Diese Projekte sind auf der Seite http://www.gmes.info/pages-principales/projects/other-fp7-projects/climate-change aufgelistet. Darüber hinaus könnten einzelne Daten und Produkte der GMES Dienste Atmosphäre, Ozean und Land für den GMES Klimadienst genutzt werden.

Mit hohem Potential zur Unterstützung der Entwicklung des GMES Klimadienstes sind folgende internationalen Projekte und Initiativen hervorzuheben:

 

Fachkoordinator für diesen Dienst


Dipl.-Met Tobias Fuchs
Deutscher Wetterdienst
069 / 8062-2872
tobias [dot] fuchs [at] dwd [dot] de